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Rückblick auf das Jahr 2024 - Präventionsfachstelle des Kirchenkreises

5.4.2025

Inge Breichler (l.) und Manuela Kazalla (r.) sind die beiden Präventionsfachkräfte im Evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein. Ihr Büro befindet sich seit Anfang April am Stockweg 2 in Siegen-Weidenau.
© Kirchenkreis
Inge Breichler (l.) und Manuela Kazalla (r.) sind die beiden Präventionsfachkräfte im Evangelischen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein. Ihr Büro befindet sich seit Anfang April am Stockweg 2 in Siegen-Weidenau.

Intensiv setzt sich der Evangelische Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein für die Prävention von sexualisierter Gewalt ein. Die Grundlage dafür ist das Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche von Westfalen, das im Jahr 2021 in Kraft trat. Noch im gleichen Jahr wurde im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein eine Präventionsfachstelle eingerichtet. Inge Breichler und Manuela Kazalla nahmen ihre Arbeit auf, um sich für den Schutz vor sexualisierter Gewalt im Kirchenkreis einzusetzen. Die beiden Präventionsfachkräfte übernehmen als speziell von der Landeskirche ausgebildete Multiplikatorinnen sukzessiv die Schulung aller etwa 8000 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein. Unterstützt werden sie dabei seit 2023 von Stefan Kraft. Seit Beginn der Schulungen im Herbst 2022 sind bereits über 3000 Menschen geschult worden. Ziel der Schulungen ist Handlungssicherheit im Umgang mit dem Thema Sexualisierte Gewalt zu vermitteln. Im vergangenen Jahr führte die Präventionsfachstelle 50 Schulungen durch. Um die Qualitätulungen sicherzustellen, finden sie ausschließlich als Präsenzveranstaltungen mit zwei ausgebildeten Fachkräften und maximal 20 Teilnehmenden statt.

Seit 2024 sind nun alle Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtungen in der Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein geschult. Weiterhin stehen jährlich feste Schulungstermine zur Verfügung für neue Mitarbeitende. Auch die Menschen, die sich in der Frauenhilfe und bei der Telefonseelsorge engagieren, sind nun geschult und umfangreich informiert zum Thema sexualisierter Gewalt und ihrer Prävention. Am Evangelischen Gymnasium Siegen-Weidenau, das sich ebenfalls in der Trägerschaft des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein befindet, fand im vergangenen Jahr ein vorbereitendes Treffen mit allen Lehrerinnen und Lehrern statt, denn in diesem Jahr wird das Kollegium nach dem Schulungskonzept „Hinschauen, helfen, handeln“ geschult.  

Neben den Schulungen ist ein weiterer Aufgabenbereich von Manuela Kazalla und Inge Breichler, dass sie Kirchengemeinden und Einrichtungen bei der Erstellung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten unterstützen. Diese beinhalten verschiedensten Bausteine, beispielsweise eine einrichtungsspezifische Potenzial- und Risikoanalyse, ein Beschwerdemanagement und einen Interventionsplan bei einem Verdachtsfall von sexualisierter Gewalt. Die Präventionsfachkräfte beraten Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen und Kirchengemeinden bei diesem Prozess. Neben den angebotenen Terminen zu Schreibwerkstätten, kann dies auch ganz individuell ein Angebot vor Ort sein. Inge Breichler sagt, was ihr dabei besonders wichtig ist: „Ein Schutzkonzept ist mehr als ein geschriebenes Dokument, das im Aktenschrank verschwindet. Es ist ein Versprechen der Verantwortlichen in unseren Kirchengemeinden und Einrichtungen, bei Gewalt hinzusehen, präventiv zu handeln und sichere Schutzräume für alle zu schaffen.“

Der Kirchenkreis selbst hat ein Rahmenschutzkonzept, das im vergangenen Jahr vom Bevollmächtigtenausschuss, dem leitenden Gremium des Kirchenkreises bis zur Einführung des neuen Kreissynodalvorstandes im Herbst 2024, beschlossen wurde. Die Entwicklung des Schutzkonzeptes gegen sexualisierte Gewalt ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein fortlaufender Prozess, in dem es immer wieder Anpassungen und Verbesserungen gibt. So haben die Erfahrungen in der Umsetzung des Schutzkonzeptes im Kirchenkreis dazu geführt, dass es eine aktualisierte Fassung gibt. Diese wurde vom Kreissynodalvorstand im Januar 2025 beschlossen und wird auf der Homepage des Kirchenkreises zu finden sein.

Die Fachstelle für Prävention kooperiert auch mit anderen Einrichtungen und ist im Austausch. So konnten mit verschiedenen regionalen Anbietern von Präventionsschulungen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, unter anderem dem CVJM Siegerland, dem Kreisjugendring und dem Kreissportbund, Qualitätsstandards festgelegt werden, damit die Zertifikate der Schulungen auch beim Einsatz in anderen ehrenamtlichen Bereichen anerkannt werden.

Rückblickend auf die vergangenen Jahre sagt Manuela Kazalla: „Um zunächst möglichst viele Menschen im Kirchenkreis für das Thema zu sensibilisieren, lag der Schwerpunkt unserer bisherigen Arbeit ganz klar auf den Schulungen, um auch den Prozess der Schutzkonzeptentwicklung sinnvoll initiieren zu können. Mit Ausblick auf das neue Jahr 2025, wollen wir nun verstärkt Präventionsveranstaltungen in den Fokus nehmen, die sich nicht ausschließlich an Mitarbeitende richten.“

Sarah Panthel 

Die Präventionsfachstelle des Evangelischen Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein ist umgezogen und befindet sich seit Anfang April am Stockweg 2 in Siegen-Weidenau, ebenso wie die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Siegen.

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